Ein anderes „Mini“

Wenn in Deutschland von einem Mini-BMX die Rede ist, denken die meisten an ein BMX für Kinder. In Großbritannien meint der Begriff oft etwas anderes: ein sehr kleines Freestyle-Rad mit Laufrädern um 10 Zoll, kurzem Rahmen und breitem Lenker. Die bekanntesten Marken dieser Nische sind Venom und Wildcat. Die Räder werden in Skateparks gefahren, in denen sonst Stunt-Scooter und Skateboards unterwegs sind.

Nach Angaben des britischen Vertriebs entstand die Marke Venom 2012, nachdem die Gründer in Indonesien kleine, in Handarbeit gebaute Räder dieser Art gesehen hatten. Inzwischen gibt es eine Standardlinie und eine hochwertigere „Pro“-Linie.

Kleine Halfpipe aus Holz und Metall in einem Skatepark zwischen Bäumen
Typisches Revier für Mini-BMX-Räder: kleine Rampen und Halfpipes im Skatepark. · Foto: Loki841990, CC0, Wikimedia Commons

Maße und Gewicht

Ein Venom Mini BMX hat Stahlfelgen mit 10 Zoll Durchmesser, einen Rahmen aus hochfestem Stahl und wiegt laut Hersteller rund 10 Kilogramm. Die Räder sind damit gar nicht so leicht, wie ihre Größe vermuten lässt – das Gewicht steckt im robusten Rahmen, der für Sprünge und Grinds ausgelegt ist.

MerkmalVenom Mini BMXÜbliches 20-Zoll-Freestyle-BMX
Laufräder10 Zoll20 Zoll
Gewichtca. 10 kgca. 10–12 kg
RahmenStahlChromoly oder Stahl
EinsatzSkatepark, kleine RampenPark, Street, Dirt

Wie es sich fährt

Das kurze Rad dreht extrem schnell, lässt sich leicht in die Luft ziehen und passt in jede Ecke eines Skateparks. Tricks wie Tailwhips, bei denen der Rahmen einmal um den Lenker gedreht wird, gelingen damit oft früher als auf einem großen BMX. Auf der anderen Seite rollt es schlecht: Jeder Riss im Asphalt bremst, und längere Strecken macht man damit ungern.

Die Sitzposition ist ungewohnt. Erwachsene fahren fast nur im Stehen, der Sattel dient eher als Griff. Die kleine Übersetzung sorgt dafür, dass man viel treten muss, um Geschwindigkeit aufzubauen. Wer das Rad für den Schulweg sucht, wird wenig Freude daran haben.

Der Unterschied zum Kinder-BMX

Ein Kinder-BMX mit 12 oder 16 Zoll ist auf kleine Körper abgestimmt: Lenkerhöhe, Kurbellänge und Bremshebel passen zu Kinderhänden und -beinen. Beim Venom-Rad ist es umgekehrt. Der Rahmen ist winzig, aber Lenker und Teile sind auf ältere Fahrer ausgelegt. Für kleine Kinder ist ein echtes Mini-BMX deshalb die bessere Wahl.

Nähe zum Scooter

Die Mini-Trickräder sind eng mit der Scooter-Szene verbunden. Sie werden oft in denselben Läden verkauft und in denselben Parks gefahren. Wer sich für die Gemeinsamkeiten interessiert, findet im Beitrag über den BMX-Roller mehr dazu. Einen Blick auf eine ganz andere Marke mit langer BMX-Geschichte bietet der Beitrag über KHE.

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