Warum kleine Laufräder?

Ein Laufrad mit 16 oder 20 Zoll ist leichter, steifer und vor allem kompakter als ein großes Rad mit 28 Zoll. Beim BMX sorgt das für Wendigkeit und Stabilität bei Sprüngen. Bei Falträdern ist ein anderer Vorteil entscheidend: Das Rad lässt sich auf ein Paket zusammenlegen, das in einen Zug, unter einen Schreibtisch oder in den Kofferraum eines Kleinwagens passt.

Der Preis dafür ist ein etwas unruhigeres Fahrverhalten. Kleine Laufräder fallen tiefer in Schlaglöcher und reagieren nervöser auf Lenkbewegungen. Moderne Falträder gleichen das mit langen Sattelstützen, hohen Lenkern und gut abgestimmter Geometrie weitgehend aus.

Zusammengefaltetes Faltrad mit Ledersattel vor einer Backsteinwand
Ein Faltrad mit 16-Zoll-Laufrädern im zusammengelegten Zustand: Beide Laufräder liegen nebeneinander, der Lenker ist nach unten geklappt. · Foto: Guy Chapman, Public domain, Wikimedia Commons

Faltrad und Klapprad – der Unterschied

Im Alltag werden beide Begriffe oft gleich benutzt, historisch meinen sie aber verschiedene Räder. Das Klapprad war in den 1960er und 1970er Jahren in Deutschland weit verbreitet: ein Rahmen mit einem Gelenk in der Mitte, meist 20-Zoll-Laufräder, schwer und eher für den Kofferraum als für die Bahn gedacht. Das Faltrad im heutigen Sinn faltet sich mehrfach – Hinterbau, Rahmen, Lenker und oft auch die Pedale – und ist auf ein möglichst kleines Packmaß optimiert.

Klassisches KlappradModernes Faltrad
Laufrädermeist 20 Zoll16 oder 20 Zoll
Faltvorgangein Gelenk im Rahmenmehrere Gelenke
Packmaßgroß, flachkompakt, würfelförmig
Typischer EinsatzKofferraum, CampingPendeln mit Bahn und Bus

Worauf es beim Mini-Fahrrad ankommt

Wer ein Faltrad sucht, sollte zuerst klären, wie oft es gefaltet wird. Wer täglich pendelt und zweimal am Tag faltet, braucht einen schnellen, sauberen Mechanismus und ein geringes Gewicht. Wer das Rad im Wohnmobil mitnimmt, legt mehr Wert auf Fahrkomfort und kann mit einem größeren Packmaß leben.

Kleine Räder, kleine Reifen

Falträder und BMX-Räder teilen sich viele Reifengrößen. Ein 20-Zoll-Faltrad nutzt oft Reifen mit dem Felgendurchmesser 406 Millimeter – genau wie ein BMX. Daneben gibt es Falträder mit dem Maß 451 Millimeter, das ebenfalls als „20 Zoll“ verkauft wird, aber nicht kompatibel ist. Wie man die Angaben auf dem Reifen richtig liest, erklärt der Beitrag über Mini-BMX-Reifen.

Mini-Fahrrad für Kinder?

Für Kinder ist ein Faltrad selten die beste Wahl, weil der Faltmechanismus Gewicht bringt und die Geometrie auf Erwachsene abgestimmt ist. Wer ein kleines Rad für ein Kind sucht, ist mit einem leichten Kinderrad oder einem Mini-BMX besser beraten. Für Jugendliche, die mit Bus und Bahn zur Schule fahren, kann ein kleines Faltrad dagegen eine praktische Lösung sein.

Mit Motor

Inzwischen gibt es viele Falträder mit Elektromotor. Sie sind schwerer, eignen sich aber gut für längere Strecken und Steigungen. Was bei elektrischen Kleinrädern rechtlich und technisch zu beachten ist, steht im Beitrag über Mini-Elektro-Bikes.

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