Was ein Longboard ausmacht

Ein klassisches Skateboard ist etwa 78 bis 83 Zentimeter lang und hat kleine, harte Rollen. Ein Longboard ist meist deutlich länger, oft zwischen 90 und 120 Zentimetern, und rollt auf großen, weichen Rollen. Dadurch fährt es ruhiger, schluckt Unebenheiten und behält länger Schwung. Die Wurzeln des Longboards liegen bei Surfern, die an Tagen ohne Wellen das Gefühl des Wellenreitens auf die Straße übertragen wollten.

Longboard aus Holz mit roter und weißer Grafik, senkrecht an eine Wand gelehnt
Ein Longboard mit rund 100 Zentimetern Länge. Die Rollen sitzen weit außen an den Enden des Decks. · Foto: Yamanbaiia, Public domain, Wikimedia Commons

Deckformen

FormMerkmalGeeignet für
Pintailspitz zulaufend wie ein SurfbrettCruisen, entspanntes Fahren
Drop-ThroughAchsen durch das Deck montiert, tiefer SchwerpunktPendeln, lange Strecken
Drop-Downabgesenkte StandflächeAnschieben mit wenig Kraft
Mini-Cruiserkurzes Board mit weichen RollenKinder, kurze Wege

Für Kinder und Einsteiger eignen sich Boards mit tiefem Schwerpunkt, weil man darauf sicherer steht und weniger Kraft zum Anschieben braucht.

Achsen und Rollen

Longboards haben meist breitere Achsen als Skateboards. Die Lenkgummis, im Englischen „Bushings“, bestimmen, wie leicht sich das Board in die Kurve legt. Weiche Lenkgummis sind wendig, harte geben mehr Stabilität bei Geschwindigkeit. Für leichte Fahrer, also auch für Kinder, sind weichere Gummis meist besser.

Die Rollen werden nach Durchmesser und Härte unterschieden. Die Härte wird auf der Shore-A-Skala angegeben: Rollen um 78A bis 83A sind weich und dämpfen gut, für raue Straßen sind sie ideal. Harte Rollen über 95A findet man eher an Skateboards für den Skatepark.

Fahrstile

Die meisten Longboarder cruisen: entspanntes Fahren auf ebener Strecke. Beim Carven fährt man in weiten Kurven, ähnlich wie beim Surfen. Downhill und Freeride sind schnelle Abfahrten, bei denen Fahrer mit Spezialhandschuhen in die Kurve rutschen. Diese Stile gehören in die Hände Erfahrener und erfordern volle Schutzausrüstung.

Longboard im Straßenverkehr

Skateboards und Longboards gelten in Deutschland rechtlich als „besondere Fortbewegungsmittel“, ähnlich wie Tretroller. Sie dürfen auf Gehwegen und in verkehrsberuhigten Bereichen genutzt werden, nicht aber auf der Fahrbahn. Radwege sind tabu, sofern sie nicht per Zusatzzeichen ausdrücklich freigegeben sind. Auf Fußgänger ist dabei Rücksicht zu nehmen.

Die Nähe zum BMX

Longboard und BMX haben mehr gemeinsam, als man denkt: Beide leben vom Gefühl für Schwung und Gewichtsverlagerung. Wer auf dem Pumptrack sein BMX „pumpt“, nutzt dieselbe Bewegung wie ein Longboarder beim Carven. Mehr über die Rampen im Skatepark steht im Beitrag über Skate-Rampen, mehr über das Gerät der Scooter-Fahrer im Beitrag über den BMX-Roller.

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