Longboard: das lange Brett zum Cruisen
Ein Longboard ist länger, ruhiger und weicher als ein klassisches Skateboard. Es ist weniger für Tricks gemacht als fürs Rollen – zur Schule, am Fluss entlang oder den Hügel hinunter. Für viele BMX-Fahrer ist es das zweite Gerät im Keller.
Was ein Longboard ausmacht
Ein klassisches Skateboard ist etwa 78 bis 83 Zentimeter lang und hat kleine, harte Rollen. Ein Longboard ist meist deutlich länger, oft zwischen 90 und 120 Zentimetern, und rollt auf großen, weichen Rollen. Dadurch fährt es ruhiger, schluckt Unebenheiten und behält länger Schwung. Die Wurzeln des Longboards liegen bei Surfern, die an Tagen ohne Wellen das Gefühl des Wellenreitens auf die Straße übertragen wollten.

Deckformen
| Form | Merkmal | Geeignet für |
|---|---|---|
| Pintail | spitz zulaufend wie ein Surfbrett | Cruisen, entspanntes Fahren |
| Drop-Through | Achsen durch das Deck montiert, tiefer Schwerpunkt | Pendeln, lange Strecken |
| Drop-Down | abgesenkte Standfläche | Anschieben mit wenig Kraft |
| Mini-Cruiser | kurzes Board mit weichen Rollen | Kinder, kurze Wege |
Für Kinder und Einsteiger eignen sich Boards mit tiefem Schwerpunkt, weil man darauf sicherer steht und weniger Kraft zum Anschieben braucht.
Achsen und Rollen
Longboards haben meist breitere Achsen als Skateboards. Die Lenkgummis, im Englischen „Bushings“, bestimmen, wie leicht sich das Board in die Kurve legt. Weiche Lenkgummis sind wendig, harte geben mehr Stabilität bei Geschwindigkeit. Für leichte Fahrer, also auch für Kinder, sind weichere Gummis meist besser.
Die Rollen werden nach Durchmesser und Härte unterschieden. Die Härte wird auf der Shore-A-Skala angegeben: Rollen um 78A bis 83A sind weich und dämpfen gut, für raue Straßen sind sie ideal. Harte Rollen über 95A findet man eher an Skateboards für den Skatepark.
Fahrstile
Die meisten Longboarder cruisen: entspanntes Fahren auf ebener Strecke. Beim Carven fährt man in weiten Kurven, ähnlich wie beim Surfen. Downhill und Freeride sind schnelle Abfahrten, bei denen Fahrer mit Spezialhandschuhen in die Kurve rutschen. Diese Stile gehören in die Hände Erfahrener und erfordern volle Schutzausrüstung.
Longboard im Straßenverkehr
Skateboards und Longboards gelten in Deutschland rechtlich als „besondere Fortbewegungsmittel“, ähnlich wie Tretroller. Sie dürfen auf Gehwegen und in verkehrsberuhigten Bereichen genutzt werden, nicht aber auf der Fahrbahn. Radwege sind tabu, sofern sie nicht per Zusatzzeichen ausdrücklich freigegeben sind. Auf Fußgänger ist dabei Rücksicht zu nehmen.
Die Nähe zum BMX
Longboard und BMX haben mehr gemeinsam, als man denkt: Beide leben vom Gefühl für Schwung und Gewichtsverlagerung. Wer auf dem Pumptrack sein BMX „pumpt“, nutzt dieselbe Bewegung wie ein Longboarder beim Carven. Mehr über die Rampen im Skatepark steht im Beitrag über Skate-Rampen, mehr über das Gerät der Scooter-Fahrer im Beitrag über den BMX-Roller.
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