Die Anfänge mit einer Drehbank

Gegründet wurde KHE 1988 von den Brüdern Thomas und Wolfgang Göring. Der Name leitet sich vom Kürzel ihrer Heimatstadt Karlsruhe ab. Heute sitzt das Unternehmen in Dettenheim nördlich von Karlsruhe.

Das erste Produkt waren die sogenannten Do-Pegs, doppelt konisch geformte Achsverlängerungen, die auf einer kleinen Drehbank gefertigt und an die Naben geschraubt wurden. Freestyle-Fahrer stellten sich darauf, um auf dem Rad zu balancieren. Aus der Werkstatt zweier BMX-begeisterter Brüder wurde so innerhalb weniger Jahre ein Hersteller.

Reihe von BMX-Pegs aus Aluminium und Stahl in verschiedenen Formen
Pegs aus mehreren Jahrzehnten, links die frühen doppelt konischen Formen. · Foto: KHEbikes, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Flatland und der erste Rahmen

Anfang der 1990er Jahre arbeitete KHE eng mit dem Flatland-Fahrer Albert Retey zusammen. Zusammen entstanden zunächst Kettenschutzscheiben, 1993 dann der erste eigene Rahmen mit dem Namen Catweazle. Im selben Jahr wurde Retey Weltmeister im Flatland. Flatland ist die Disziplin, bei der auf ebenem Boden getrickst wird – ohne Rampen, dafür mit viel Balance und oft stundenlangem Üben einzelner Figuren.

Eine weitere Neuerung aus dieser Zeit ist die Freilaufnabe, heute unter dem Namen Freecoaster bekannt. Mit ihr kann man rückwärts rollen, ohne dass sich die Kurbeln mitdrehen. Nach Angaben des Herstellers war KHE 1992 die erste Firma, die eine solche Nabe serienmäßig in ein Komplettrad einbaute.

Leichtbau als Markenzeichen

Ein wiederkehrendes Thema bei KHE ist das Gewicht. Die Firma experimentierte mit konifizierten Lenkern, bei denen das Rohr an stark belasteten Stellen dicker und an anderen dünner ist, und mit leichten Reifen und Rahmen. Für Kinderräder ist das besonders interessant: Wie im Überblick Mini-BMX-Bikes erklärt, macht sich jedes Kilogramm bei einem leichten Fahrer doppelt bemerkbar.

Kinder-BMX im Programm

Heute bietet KHE BMX-Räder in fast allen Größen an, von kleinen Kinderrädern über 16 und 18 Zoll bis zum 20-Zoll-Rad für Jugendliche und Erwachsene. Gerade die kleinen Größen sind für Familien interessant, weil sie auf geringes Gewicht ausgelegt sind. Wie man die richtige Größe findet, steht in den Beiträgen zum BMX mit 18 Zoll und zum BMX mit 20 Zoll.

Eine Marke mit Szenegeschichte

Neben den Rädern hat KHE über die Jahre viele Fahrer unterstützt. Der Brite Jamie Bestwick, später einer der erfolgreichsten Vert-Fahrer überhaupt, wurde 1996 als erster KHE-Fahrer Weltmeister. Nach eigenen Angaben hat das Team seither mehr als zehn Weltmeistertitel gewonnen. Für viele deutsche BMX-Fahrer war die Marke damit ein Bezugspunkt in einer Zeit, in der die meisten Räder und Teile aus den USA kamen.

Unabhängig betrachtet

Dieser Beitrag beschreibt die Geschichte der Marke, er ist keine Kaufempfehlung. Ob ein KHE-Rad zu einem Kind passt, entscheidet – wie bei jeder anderen Marke – die Rahmenlänge, das Gewicht und das Probefahren. Einen Vergleich zu einer ganz anderen Art von kleinem BMX zeigt der Beitrag über das Venom Mini BMX.

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